Presseberichte

Gewölbekeller erstrahlen in neuem Glanz

Stiftung Historica legt unterirdische Räume frei – Museum und Veranstaltungsstätte

Montabaur. Die Montabaurer Altstadt ist um eine Attraktion reicher: An der alten Stadtmauer unweit des Hauses Mons Tabor ist am Wochenende ein alter Gewölbekeller wiedereröffnet worden, der zuvor in monatelanger Arbeit freigelegt und hergerichtet wurde. Die Räume gehörten einst zur Hannappelschen Brauerei und wurden als Bierlager genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie verschüttet. Nun können die rustikalen Keller als Begegungs- und Veranstaltungsstätte genutzt werden. Ermöglicht hat dies die gemeinnützige Stiftung Historica Montabaur mit Geschäftsführer Adolf-Becker Flügel an der Spitze.

WWZ 07 2015Die vor zweieinhalb Jahren gegründete Gesellschaft hat das Ziel, historische Bausubstanz in der Montabaurer Altstadt zu erhalten, um das Zentrum attraktiv zu gestalten (siehe Infokasten). Mit dem Freilegen der Gewölbekeller war auf Initiative einiger älterer Bürger schon vor der Stiftungsgründung begonnen worden. Später wurde es dann ein Projekt der Historica.

Dank großzügiger Spender und viel ehrenamtlichem Engagement konnten die Gewölbekeller nun feierlich wiedereröffnet werden – pünktlich zum 90. Geburtstag des Initiators und Motors, Adolf Becker-Flügel. Gilbert Skrebutis von der Historica dankte bei dieser Gelegenheit aber nicht nur dem Jubilar: Handwerkliches Geschick beim Freilegen der Keller hatte demnach vor allem Hermann Katerla bewiesen, der buchstäblich auf Knien den Löwenanteil des Schutts aus den Gewölben entfernt hatte. Die Bauleitung übernahm Günter Kram, der als „Ruheständler vom Fach“ unter anderem einen wesentlichen Beitrag zur Beleuchtung der Keller leistete, wie es Skrebutis formulierte. Nicht zuletzt dankte die Stiftung der Stadt Wirges, die den Parkettboden für die Räumlichkeiten gespendet hatte. Das gebrauchte Material stammt aus dem Wirgeser Bürgerhaus, das derzeit saniert wird.

Die Gewölbekeller sind mindestens 200 Jahre alt, berichtete Bernd Schrupp als ehrenamtlicher Mitarbeiter des Stadtarchivs bei der Eröffnung. Ganz genau lässt sich die Bauzeit nicht mehr ermitteln. Im späten Mittelalter jedenfalls hatte die Stadt Montabaur ein Privileg zum Bierbrauen, erklärte Schrupp. Als dieses Ende des 18. Jahrhunderts aufgehoben wurde, entstanden private Brauereien. Aus Archivunterlagen ergibt sich, dass beim Neubau des städtischen Brauhauses vier große Gewölbekeller als Bierlager angelegt wurden. Das Brauhaus lag demnach schon 1659 nahe der Stadtmauer. Adolf Becker-Flügel vermutet deshalb, dass die Räume schon älter als 200 Jahre sind. Zuletzt wurden sie jedenfalls als Luftschutzkeller bei Fliegeralarm im Zweiten Weltkrieg genutzt. Beim Bau der innenstädtischen Umgehung (Kolpingstraße und Wilhelm-Mangels-Straße) wurden sie verschüttet.

Das private Engagement der Historica-Mitglieder lobte auch Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland. So war es möglich, die Räume ohne Förderung der öffentlichen Hand herzurichten. Freigelegt wurden insgesamt vier Räume mit einer Gesamtfläche von 200 Quadratmetern. Ein Teil des Gewölbes dient als kleines Schustermuseum. Die Atmosphäre der Räume kommt besonders bei Kerzenlicht zur Geltung, wie Becker-Flügel den Gästen bei ihrer Ankunft demonstrierte. Dank einer stilvollen Beleuchtungsanlage sind Kerzen aber inzwischen nicht mehr erforderlich, um im Inneren etwas zu sehen. Die Räume sollen künftig unter anderem für Stadtführungen und auf Anfrage für Feiern genutzt werden. Bei der Eröffnung demonstrierten der Musiker Rainer Mies und Michael Musil von der Theatergruppe Oase, dass sich die Akustik der Keller auch für kulturelle Veranstaltungen eignet.

Westerwälder Zeitung vom Dienstag, 21. Juli 2015

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