Presseberichte

In historischer Altstadt ist viel zu tun

Engagement Stiftung Historica Montabaur will ortsbildprägende Bauten erhalten
Die historische Altstadt von Montabaur lockt dank ihrer Fachwerkhäuser und den Resten der ehemaligen Befestigungsanlage immer wieder Touristen an.


WWZ historica2 26.07.2013Die Geschichte einiger Bauwerke lässt sich inzwischen mehr als 1000 Jahre zurückverfolgen. Der Zustand der alten Türme, Mauern und Häuser ist zum Teil jedoch besorgniserregend. In einigen Fällen ist nicht einmal bekannt, wann zuletzt Sanierungsarbeiten durchgeführt wurden. Um dieses Problem endlich anzugehen, hat sich vor etwas mehr als einem halben Jahr die Bürgerstiftung Historica Montabaur gegründet. Neun private Gesellschafter aus der Kreisstadt präsentierten ihre Ziele und Vorhaben im Februar der Öffentlichkeit.


Als erstes Projekt ist in den vergangenen Monaten der große Gewölbekeller an der Stadtmauer (unterhalb der American Sportsbar) freigelegt und restauriert worden. Er soll möglichst bald einer vielseitigen Nutzung zugeführt werden.

Das Fuhrmannskapellen-Ensemble nahe der katholischen Pfarrkirche und der Mädchenschulturm sind ebenfalls zur Sanierung vorbereitet.

Die Stadtbefestigung als Gesamtensemble, wozu auch der Wolfsturm als Montabaurer Wahrzeichen zählt, ist nicht zuletzt als wichtiges Thema erkannt.

Seit Beginn des Jahres zeigt die gemeinnützige Stiftungs-GmbH auf ihrer Homepage zudem, wie negativ sich der Verlust historischer Bauwerke auf das Stadtbild auswirken würde. In der Galerie „Lasst Bilder sprechen... oder was wäre wenn?" wird eindrucksvoll dargestellt, was auf dem Spiel steht, wenn das historische Flair der Altstadt nicht bewahrt wird.


Kontakt zur Stiftung Historica Montabaur erhalten Interessierte im Internet unter der Adresse www.historica-montabaur.de



 

Kirche saniert einen Teil der alten Stadtmauer

Denkmalschutz Turm am Walpadayen muss aus Sicherheitsgründen instand gesetzt werden


WWZ historica 26.07.2013Montabaur. Ein Teilstück der mittelalterlichen Stadtmauer von Montabaur wird derzeit von einer Spezialfirma gründlich saniert. Der historische Turm am Walpadayen und das angrenzende Mauerwerk befinden sich auf einem Grundstück der katholischen Kirche unweit des Pfarrbüros. Weil das denkmalgeschützte Bauwerk immer brüchiger wurde und sich bereits Steine lösten, mussten Verkehrssicherungsmaßnahmen eingeleitet werden. Seit etwa drei Wochen laufen nun schon die recht aufwendigen Sanierungsarbeiten.

Als Experte für Stadtgeschichte hat Dieter Fries aus Montabaur sich auch mit dem Turm am Walpadayen und dem Sanierungsverlauf beschäftigt. „Bei dem angewandten Torkretverfahren wird der brüchige Mörtel aus den Fugen geblasen", erläutert Fries. „Ein Spezialmörtel – bestehend aus Trasszement, Kalk und Sand – wird anschließend mit hohem Druck auf das Gemäuer gespritzt. Zum Schluss wird der überflüssige Mörtel mit einem Stahlbesen abgekehrt, und die größeren Steine werden mit Handfeger und Wasser wieder freigewaschen."

Neben Dieter Fries freut sich auch Adolf Becker-Flügel von der Historica Montabaur über die Instandsetzung eines Teils der alten Stadtmauer.

Zur Erinnerung: Die gemeinnützige Stiftungs-GmbH ist Anfang des Jahres von insgesamt neun Gesellschaftern gegründet worden. Ziel der engagierten Privatleute ist es, die historische Altstadt von Montabaur zu erhalten und zu pflegen. Während eigene Projekte noch in Vorbereitung sind (unter anderem laufen Gespräche mit der Stadt zur Sanierung des Wolfsturms), begrüßen Adolf Becker-Flügel und seine Mitstreiter, dass sich an anderer Stelle bereits etwas tut.

Erforderlich wurde die Sanierung, weil zerstörerischer Efeubewuchs das Mauerwerk angegriffen hatte. Nachdem dieser nun entfernt wurde, kann auch der Blick interessierter Passanten wieder ungestört auf ein Teilmonument des Mauerrings fallen, der einst die Siedlung „Monthabur" umschloss, so Fries. „Hinter dem Restteil des Türmchens besaßen die Walpoden von Kobern einen Besitz, bestehend aus Haus, Scheune und Garten", ergänzt Fries. „Ohne auf die Bedeutung des Walpodenamts näher einzugehen, hat sich der Name in unterschiedlicher Schreibweise über Jahrhunderte erhalten und zur Namensgebung des steilen Treppenaufstiegs zwischen Hospitalstraße und der Oberen Plötzgasse geführt."

Der Name „Auf der Walpadyn" sollte nach Fries Auffassung auch in neuer Beschilderung unbedingt erhalten bleiben, denn er existiert für das Gässchen schon seit dem 16. Jahrhundert. „Auch historische Namen gehören zum geschichtlichen Erbe einer Stadt", erläutert der Heimatforscher. Auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich ist sicherlich, dass die katholische Kirche die Kosten für die Instandsetzung des Turms und eines Teils der Stadtmauer trägt. Aber, so Pfarrer Heinz-Walter Barthenheier, das Mauerwerk stehe auf dem Gelände der Kirchengemeinde, und damit habe diese die Verkehrssicherungspflicht.

Die Kosten werden auf 50 000 Euro geschätzt, wobei den Löwenanteil das Bistum trägt. Ein Anteil von circa 10 Prozent entfällt auf die Kirchengemeinde. Der Fall zeigt somit auch ein Kuriosum am Rande: Demnach sind einige Teile der denkmalgeschützten Stadtmauer in Privatbesitz übergangenen, weil sie sich auf Grundstücken befinden, die nicht der Kommune gehören. Nach dem Grundsatz „Eigentum verpflichtet" obliegt damit die Instandhaltung den Grundstückseigentümern.

 Quelle:  WW-Zeitung vom Freitag, 26. Juli 2013

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