Presseberichte

Markante Fachwerkhäuser in Montabaur sind ein Kulturgut

Altstadt Geschichte reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück – Touristische Attraktion

 

MWWZv01-07-2015ontabaur. Fachwerkhäuser aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert prägen die Altstadt von Montabaur. Sie haben nach Auffassung der gemeinnützigen Gesellschaft Historica GmbH das Potenzial, Touristen in die Westerwälder Kreisstadt zu locken. Einige Gebäude müssen jedoch noch herausgeputzt werden, um künftig bei Besuchern einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Zu den ältesten Bauwerken überhaupt zählt die St. Anna-Vikarie mit Fuhrmannskapelle neben der katholischen Pfarrkirche. Vermutlich um das Jahr 1300 wurde dort die Friedhofskapelle St. Anna errichtet. 1452 wurde das Gebäude erstmals urkundlich erwähnt. Die zu dieser Zeit gestiftete Vikarie wurde durch einen Brand 1667 teilweise zerstört. Beim Wiederaufbau wurden Elemente des gotischen Baustils erneut verwendet. Das Haus wurde durch eine Umklammerung der Kapelle erweitert, weil mehr Wohnraum für Vikare benötigt wurde, und schmiegt sich an die historische Stadtmauer.

Im Jahr 1813 wurde das Präsenzhaus für Vikare im Zuge der Säkularisation an den Pfarrglöckner Jakob Schepping verkauft. Der linke Teil des Gebäudeensembles (von der Kirche aus gesehen) wird deshalb bis heute im Volksmund auch Scheppinghaus genannt. Im rechten Teil des Gebäudes richtete die Kirche im Jahr 1702 eine Knaben- bzw. Lateinschule ein.

Die letzte Bewohnerin des Gebäudes war Hildegard Gerlach, die vor neun Jahren verstarb. Die Stiftungs GmbH Historica erwarb den hinteren Gebäudeteil in diesem Jahr. Das Gemäuer soll nun saniert werden. Der vordere Gebäudeteil gehört der katholischen Kirche und wurde bereits saniert.

Eine lange Geschichte hat auch das markante Fachwerkhaus am Kleinen Markt 13: Es wurde 1682 am „Trichter“ zwischen Großer und Kleiner Markt erbaut. Mathias Arnst aus Ettinghausen eröffnete dort im Jahr 1876 einen Wirtschaftsbetrieb. Er verstarb jedoch schon ein Jahr später. Sein Sohn Johann Arnst übernahm den Betrieb. Weil er mehrfach Schülern alkoholische Getränke ausschenkte, hatte er des Öfteren Ärger mit Behörden. Anfang des 20. Jahrhunderts erweiterte er den Betrieb um ein Restaurant. 1919 kaufte Peter Thewalt das Gasthaus. Auch der neue Wirt hatte indes den Ruf, keinen Durstigen abweisen. Das Nutzungskonzept für das Gebäude änderte sich einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Bäckermeister Reinhold Marx pachtete die Räume 1955 und richtete im Parterre ein Café ein. Ihm folgte 1968 Karl-Heinz Stock als Pächter. Danach war das Haus wieder einige Jahre lang eine Gaststätte, zuletzt befand sich darin bis 2012 eine Shisha-Bar. Bei der Sanierung soll nun auch eine Bausünde aus den 50er-Jahren beseitigt werden. Damals veranlasste die Stadtverwaltung eine Teilentfernung der Parterrefläche, damit ein Bürgersteig angelegt werden kann. Der Autoverkehr hatte stark zugenommen. Weil Kirchstraße sowie Großer und Kleiner Markt heute Fußgängerzonen sind, wird der Bürgersteig nicht mehr benötigt, und das Gebäude kann wieder in den ursprünglichen Zustand gebracht werden.

 

Kontakt zur Historica Montabaur per E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder im Internet: www.historica-montabaur.de

 

Westerwälder Zeitung vom Mittwoch, 1. Juli 2015

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