Presseberichte

Montabaur und Kerzen sind sein Leben

Adolf Becker-Flügel wird heute 90 Jahre alt

Montabaur. Es gibt wahrscheinlich nur wenige Menschen in Montabaur, die den Seniorchef der heimischen Kerzenmanufaktur Jacob Flügel in der Peterstorstraße, Adolf Becker-Flügel, nicht kennen. Die meisten werden ihn allerdings nicht kennen, weil er jahrzehntelang dem 1792 gegründeten und damit ältesten Unternehmen der Stadt vorstand, sondern weil er Tag und Nacht in seiner Heimatgemeinde unterwegs ist und sich noch – oder besser: gerade – im hohen Alter unermüdlich für die verschiedensten Projekte einsetzt. In den vergangenen Jahren gab es kaum eine Diskussion, Einwohnerversammlung oder ähnliches zu Themen der Stadt, an der er nicht teilgenommen und sich meist auch aktiv eingebracht hat.

Adolf Becker-Flügel wurde als ältester von drei Söhnen praktisch ins elterliche Unternehmen hineingeboren. Während ein Bruder nach Amerika auswanderte und der zweite Notar wurde, entschied sich Adolf Becker-Flügel Chemie zu studieren. Das Studium musste er allerdings an den Nagel hängen, als sich abzeichnete, dass er im Familienunternehmen gebraucht wurde. Er wurde Kaufmann und übernahm Mitte der 60er-Jahre die Kerzenfabrik, die er mehr als drei Jahrzehnte führte. Der Vater von einer Tochter und zwei Söhnen, von denen Johannes Becker-Flügel heute der Firmenchef ist, war auch jahrelang Vorsitzender des Deutschen Kerzenverbandes.

Das Engagement für „seine“ Stadt und insbesondere auch ihre historischen Gebäude ist schier grenzenlos. So wurde er vor Jahren praktisch zum Hotelier, als er in direkter Nachbarschaft zur Kerzenfabrik das Hotel am Peterstor einrichtete. Früher war er oft im Doppelpack mit seinem fast gleichaltrigen Freund Josef Otto Schneider unterwegs und machte die Geschichte der Schusterstadt in Texten und Dokumenten bekannt.

Becker-Flügel verfügt zudem über eine Sammlung historischer Maschinen aus dem Schusterhandwerk, das derzeit im Gewölbekeller an der Stadtmauer untergebracht ist. Dieses Zeugnis der Geschichte konnte nur durch seinen unermüdlichen organisatorischen und finanziellen Einsatz freigelegt werden und wird noch in dieser Woche offiziell eröffnet.

Der Kerzenfabrikant konnte viele Mitstreiter gewinnen, mit denenn er sich in der gemeinnützigen Gesellschaft Historica für den Erhalt historischer Gebäude in der Stadt und deren kulturelles Leben einsetzt. Mit seiner Hilfe konnten Häuser am Kleinen Markt und an der Fuhrmannkapelle gerettet und einer neuen, denkmalgerechten Nutzung zugeführt werden.

In einer ehemaligen Lagerhalle in der Pählerstraße wird mit Unterstützung von Becker-Flügel Raum geschaffen, den Künstler nutzen können. Dort wird auch ein kleines Kerzen-Manufaktur-Museum ein Zuhause finden. Ob Mittelaltermarkt, Adventskalender oder Sommerfest – der Unternehmer ist auch im Bürgerverein immer tatkräftig dabei.

Neben seinen Kerzen und seiner Heimatstadt liebt Adolf Becker-Flügel klassische Musik und spielte auch früher selbst Klavier. Am heutigen Mittwoch feiert er seinen 90. Geburtstag. Markus Müller

Westerwälder Zeitung vom Mittwoch, 15. Juli 2015

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