Presseberichte

Stadtmauer ist wichtiges historisches Erbe

Bei einer Informationstour die Stadtbefestigung von Montabaur erläutert

Montabaur. Der Wolfsturm wird saniert, der Gewölbekeller ist freigelegt, der Walpadynen-Turm von der Pfarrgemeinde ausgebessert, Verhandlungen mit der Denkmalbehörde zur Fuhrmannskapelle laufen, der Schwedenturm ist nach dem Abriss des ehemaligen Kreishauses wieder voll freigelegt, das Schiffchen bei Stadtführungen eine wichtige Station: Es scheint, als besinne sich Montabaur der umfangreichen Stadtbefestigung als wichtiges historisches Erbe. Auch Stadtbürgermeisterkandidatin Gabi Wieland, die sich intensiv mit der Geschichte ihrer Wahlheimat auseinandergesetzt hat, nahm während ihrer Infotour viele Zuhörer mit auf eine Zeitreise, in der die historische Stadtbefestigung die Hauptrolle spielte.

Ein Blick von der Judengasse über die Stadtmauer auf das gegenüberliegende Himmelfeld und den Bahnhof – und schon waren die Zuhörer mittendrin, in der lebendigen Stadtgeschichte. Die Stadtrechte besitzt Montabaur seit 1291, und zu damaliger Zeit war eine Stadtbefestigung, die Schutz und Sicherheit bot, erforderlich.

Die Stadtmauer, die heute noch teilweise erhalten ist, wurde gebaut: vom Schloss über Allmannshausen, Gebück, Fuhrmannskapelle, Wolfsturm und zum Schloss zurück. 1500 Meter maß die Stadtmauer in der Länge, umfasste ein Areal von etwa 12,2 Hektar, welches allerdings nur etwa zur Hälfte bebaut war. Der Reichtum einer Stadt war für Ankömmlinge schon weithin sichtbar: Je mehr Türme und Tore zu sehen waren, desto wohlhabender die Stadt. Montabaur besaß zwölf Türme und Tore, war also angesehen. Die Befestigung finanzierten Stadt und Burgherr mit Viehzoll und Steuern. Heute noch zu sehen sind Wolfsturm, Walpadynen, Schwedentürmchen, Schiffchen (als Gefängnis für Bagatellstraftaten) sowie ein Rest vom Eulnerturm am hinteren Rebstock. Besonders wies Wieland auf das charakteristische Stadtbild von Montabaur, vom Himmelfeld her kommend, hin. Es ist oberhalb der Stadtmauer durch schlichte Querlinien geprägt, jeder Eingriff sollte sorgsam angepasst und überlegt werden. Seit Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Stadtmauer nach und nach abgerissen. Mit der Fuhrmannskapelle ist allerdings noch ein Kleinod der historischen Stadtbefestigung erhalten.

Die Bürgermeisterkandidatin appellierte, alles für den Erhalt dieses Gebäudes zu tun. Zum Abschluss der Infotour führte sie ihre Zuhörer in den sogenannten Gewölbekeller, der sich gegenüber von Haus Mons Tabor befindet: In früherer Zeit wurde er als Lager – wahrscheinlich für eine Brauerei – genutzt, vor einigen Jahren begann Adolf Becker-Flügel mit viel Aufwand ihn freizulegen. Nun besteht er aus mehreren Räumen und verströmt den charakteristischen Charme längst vergangener Zeiten.

Er wäre ein zauberhafter Ort für Feiern und Veranstaltungen. „Denn in dem Bereich hat Montabaur derzeit noch ein wenig Aufholbedarf“, wies die Referentin hin. Der Knackpunkt sei derzeit jedoch die Finanzierung. Spenden für das Liebhaberstück sind über die gGmbH Historica willkommen.

Westerwälder Zeitung vom Dienstag, 20. Mai 2014

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