Presseberichte

Charity-Party für Shanti im ausverkauften Gewölbekeller gefeiert

Django Reinhardt, Burning House, Michelle Belousov und Amine el Hamri unterhielten zu kulinarischen Leckereien

Montabaur. Kultur-sozialer Abend im Historica-Gewölbe und im Mauerwerk von Montabaur. So lässt sich die Charity-Party umschreiben, die das Projekt Shanti am Samstagabend initiiert hat. Hinter dem Projekt steht ein Verein, der Hilfe zur Selbsthilfe für den Schutz, den Lebensunterhalt und die Ausbildung für hilfsbedürftige Kinder, Mädchen und Frauen in Indien anbietet. Das Hors d'oeuvre des kulturellen Menüs servierte im Historica-Gewölbe der Gitarrist Lulo Reinhardt, Großneffe des weltberühmten Django Reinhardt. Die anschließenden kulinarischen Leckerbissen auf indische Art bei der Charity-Party im Mauerwerk, wurden gewürzt von der Coverband Burning House aus Bad Kreuznach und der Sängerin Michelle Belousov. Zum Dessert gab es dann indische Tanzeinlagen mit der Gruppe Finals, die in Saris auftrat. Also abgerundeter Kulturgenuss für einen karitativen Zweck.

wwz 2015 10 14Lulo Reinhardt trägt das Erbe des Jahrhundertgitarristen Django Reinhardt weiter. Der als Klangzauberer apostrophierte Virtuose zählt heute zu den wichtigsten authentischen und unverwechselbaren musikalischen Stimmen in der Gitarrenmusik. Die Zuhörer im ausverkauften Historica-Gewölbe genossen es. Reinhardt zelebrierte geradezu seine Lieder der aktuellen CD „Desert Inspiration“. Und da es sich bei der Samstag-Soiree um einen kultur-sozialen Abend handelte, hatte der Klangzauberer mit Amine el Hamri einen Sänger und Gitarristen an seiner Seite, dem er die Bewältigung seiner Krankheit ermöglicht hat.

Martin Born vom Vorstand des Shanti-Projektes, der ein wenig die Hintergründe des Projektes beleuchtete, versprach eingangs den Zuhörern einen abwechslungsreichen Abend. Die Abwechslung garantierte vor den Party-Höhepunkten bereits Lulo Reinhardt, der ein wenig das Leben der Sinti und Roma skizzierte, mit seinem virtuosen Gitarrenspiel. „Memories of Dachau“ weckten Erinnerungen an die KZ-Erlebnisse seiner Vorfahren. „Es ist gut gegangen, alle Familienmitglieder haben überlebt“, erzählte der Künstler, der eine seiner vier „Memories“-Vertonungen im „freudigen Dur“, wie er sagte, intonierte. Mit dem „Marokkanischen Jäger“ lud Reinhardt die begeisterten Zuhörer zu einem rasanten Ritt durch die marokkanischen Jagdgefilde ein, ehe er mit dem aus Marokko stammenden Amine el Hamri, der sich auch als Sänger empfahl, im Duett die Gitarren zum Tanzen brachte.

Es waren in der Tat musikalische Leckerbissen, mit Gitarrenklängen serviert, die die beiden sympathischen Protagonisten kredenzten, und damit die Neugier der Zuhörer weckten, was sie im Mauerwerk bei der anschließenden Party erwarten würde. Diejenigen, die sich die Charity-Soiree gegönnt hatten, erlebten gleich doppelten Genuss. Zum einem Musik, Gesang und Tanz der besonderen Art, und zum anderen das Bewusstsein, ein lobenswertes Projekt unterstützt zu haben. Übrigens, alle Musiker und Helfer waren ehrenamtlich tätig, sodass der komplette Erlös zum Bau des Kinderheims in Indien eingesetzt werden kann. Wie Shanti Normann erfreut feststellte, werden dem Projekt aus der Veranstaltung mehr als 1300 Euro zugute kommen.

 

 Infos zum Projekt Shanti: Shanti Normann, Heideweg 3, 56410 Montabaur, Telefon 0152/ 535 787 85, www.project-shanti.de, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Facebook: Project Shanti

Westerwälder Zeitung vom Montag, 14. September 2015

Halloweenparty in altem Keller verspricht besondere Atmosphäre

Junge Musiker aus Montabaur laden zu später Stunde ein

Montabaur. Der historische Gewölbekeller an der alten Stadtmauer in Montabaur ist am heutigen Samstagabend Schauplatz einer außergewöhnlichen Halloweenparty. Unter dem Titel „Walter Pain's Madhouse“ laden die jungen Musiker Nicolas Wild und Christian Kins ab 22 Uhr zu einer schaurigen Party ein. Zusammen mit Christian Gerlach und Nico Gema werden Wild und Kins für Gangster-Techno, Spooky-House und Sweed-Art sorgen – so die Beschreibung der Veranstalter. Eintrittskarten kosten 6 Euro. Der Zutritt ist erst ab 18 Jahren erlaubt. Da es wenig Fluchtwege aus dem Gewölbekeller gibt, ist die Teilnehmerzahl begrenzt.

Nicolas Wild und Christian Kins freuen sich, in Montabaur erstmals eine Tanzveranstaltung für junge Menschen zu so später Stunde anbieten zu können. Der historische Gewölbekeller liegt tief genug in der Erde, um einen größtmöglichen Schallschutz zu bieten. Als Partner ist wieder die Gaststätte Mauerwerk dabei, die schon zur Kirmes für das „Am Walpadayn-Festival“ gewonnen werden konnte. „Das neue Halloween-Spektakel setzen wir mit gespenstiger Deko und einer durch Kunst inszenierten Geschichte in Szene, um dem Gesamtpaket noch zusätzlich einen düsteren Flair zu verpassen“, versprechen Wild und Kins. Der Zutritt zum Gruselkeller ist an diesem Abend ausschließlich durch einen schmalen Schacht in der Bar Mauerwerk möglich. Verkleidungen sind gern gesehen, aber kein Muss.

Der historische Gewölbekeller an der alten Stadtmauer ist in den vergangenen Jahren von der gemeinnützigen Gesellschaft Historica freigelegt und hergerichtet worden. Die offizielle Eröffnung wurde im Juli gefeiert. Anlass war der 90. Geburtstag des Initiators, Adolf Becker-Flügel (die WZ berichtete). Seitdem kann der Keller für Veranstaltungen gemietet werden. Das Mauerwerk ist mindestens 200 Jahre alt und war früher Teil einer Brauerei. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Keller jahrzehntelang verschüttet. tf

Westerwälder Zeitung vom Samstag, 31. Oktober 2015

Musikabend für Indien

Lulo Reinhardt und Burning House treten auf

 Montabaur. Der Sologitarrist Lulo Reinhardt stellt demnächst im Historica-Gewölbe in der Kolpingstraße 2 in Montabaur seine aktuelle CD „Desert Inspiration“ vor. Dorthin lädt das Projekt Shanti für Samstag, 12. September, 18.30 Uhr, zu einer Charityparty ein. Der von der Presse als Klangzauberer titulierte Virtuose gehört heute zu den wichtigsten authentischen und unverwechselbaren musikalischen Stimmen der Gitarrenmusik. Der Eintritt kostet 15 Euro und geht an das Projekt Shanti, das Kinder in Indien unterstützt.

Im Anschluss, ab 20 Uhr, steigt im Mauerwerk direkt über dem historischen Gewölbekeller eine Party mit der Coverband Burning House. Die jungen Musiker aus dem Raum Bad Kreuznach und Rheinhessen greifen nicht nur auf klassische Evergreens zurück, sondern rocken auch abseits des Mainstreams. Die Party wird eine bunte Mischung aus neuen und alten, fetzigen und ruhigen, lauten und bedächtigen Liedern sein. Hier ist der Eintritt frei. Neben der Musik gibt es indisches Essen, Tombola und vieles mehr. Alle Musiker und Helfer sind ehrenamtlich tätig, der Erlös wird zum Bau eines Kinderheims in Indien eingesetzt.

 

Karten gibt es im Vorverkauf bei Lotto Tabak in Montabaur oder unter der E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Westerwälder Zeitung vom Montag, 17. August 2015

Museum im Herzen der Schusterstadt

Gewölbekeller an der Stadtmauer sind fertig

wwz 2015 07 21Montabaur. Ein kleines Museum in den historischen Gewölbekellern an der alten Stadtmauer erinnert an das lange Zeit wichtigste Gewerbe der Stadt: das Schusterhandwerk. Adolf Becker-Flügel aus Montabaur hat die alten Schätze gesammelt und stellt sie nun in den freigelegten Räumlichkeiten aus. Der alte Keller ist in den vergangenen Jahren in mühevoller Kleinarbeit von Schutt befreit und ansprechend hergerichtet worden. Die gemeinnützige Gesellschaft Historica Montabaur ermöglichte dieses Projekt. Am Wochenende feierte sie mit rund 50 Gästen die offizielle Eröffnung. Wer das kleine Museum besichtigen oder die Räume für eine Feierlichkeit nutzen möchte, kann sich an die Stiftung Historica wenden. Kontakt über die Internetseite www.historica-montabaur.de oder per E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Westerwälder Zeitung vom Dienstag, 21. Juli 2015

Gewölbekeller erstrahlen in neuem Glanz

Stiftung Historica legt unterirdische Räume frei – Museum und Veranstaltungsstätte

Montabaur. Die Montabaurer Altstadt ist um eine Attraktion reicher: An der alten Stadtmauer unweit des Hauses Mons Tabor ist am Wochenende ein alter Gewölbekeller wiedereröffnet worden, der zuvor in monatelanger Arbeit freigelegt und hergerichtet wurde. Die Räume gehörten einst zur Hannappelschen Brauerei und wurden als Bierlager genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie verschüttet. Nun können die rustikalen Keller als Begegungs- und Veranstaltungsstätte genutzt werden. Ermöglicht hat dies die gemeinnützige Stiftung Historica Montabaur mit Geschäftsführer Adolf-Becker Flügel an der Spitze.

WWZ 07 2015Die vor zweieinhalb Jahren gegründete Gesellschaft hat das Ziel, historische Bausubstanz in der Montabaurer Altstadt zu erhalten, um das Zentrum attraktiv zu gestalten (siehe Infokasten). Mit dem Freilegen der Gewölbekeller war auf Initiative einiger älterer Bürger schon vor der Stiftungsgründung begonnen worden. Später wurde es dann ein Projekt der Historica.

Dank großzügiger Spender und viel ehrenamtlichem Engagement konnten die Gewölbekeller nun feierlich wiedereröffnet werden – pünktlich zum 90. Geburtstag des Initiators und Motors, Adolf Becker-Flügel. Gilbert Skrebutis von der Historica dankte bei dieser Gelegenheit aber nicht nur dem Jubilar: Handwerkliches Geschick beim Freilegen der Keller hatte demnach vor allem Hermann Katerla bewiesen, der buchstäblich auf Knien den Löwenanteil des Schutts aus den Gewölben entfernt hatte. Die Bauleitung übernahm Günter Kram, der als „Ruheständler vom Fach“ unter anderem einen wesentlichen Beitrag zur Beleuchtung der Keller leistete, wie es Skrebutis formulierte. Nicht zuletzt dankte die Stiftung der Stadt Wirges, die den Parkettboden für die Räumlichkeiten gespendet hatte. Das gebrauchte Material stammt aus dem Wirgeser Bürgerhaus, das derzeit saniert wird.

Die Gewölbekeller sind mindestens 200 Jahre alt, berichtete Bernd Schrupp als ehrenamtlicher Mitarbeiter des Stadtarchivs bei der Eröffnung. Ganz genau lässt sich die Bauzeit nicht mehr ermitteln. Im späten Mittelalter jedenfalls hatte die Stadt Montabaur ein Privileg zum Bierbrauen, erklärte Schrupp. Als dieses Ende des 18. Jahrhunderts aufgehoben wurde, entstanden private Brauereien. Aus Archivunterlagen ergibt sich, dass beim Neubau des städtischen Brauhauses vier große Gewölbekeller als Bierlager angelegt wurden. Das Brauhaus lag demnach schon 1659 nahe der Stadtmauer. Adolf Becker-Flügel vermutet deshalb, dass die Räume schon älter als 200 Jahre sind. Zuletzt wurden sie jedenfalls als Luftschutzkeller bei Fliegeralarm im Zweiten Weltkrieg genutzt. Beim Bau der innenstädtischen Umgehung (Kolpingstraße und Wilhelm-Mangels-Straße) wurden sie verschüttet.

Das private Engagement der Historica-Mitglieder lobte auch Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland. So war es möglich, die Räume ohne Förderung der öffentlichen Hand herzurichten. Freigelegt wurden insgesamt vier Räume mit einer Gesamtfläche von 200 Quadratmetern. Ein Teil des Gewölbes dient als kleines Schustermuseum. Die Atmosphäre der Räume kommt besonders bei Kerzenlicht zur Geltung, wie Becker-Flügel den Gästen bei ihrer Ankunft demonstrierte. Dank einer stilvollen Beleuchtungsanlage sind Kerzen aber inzwischen nicht mehr erforderlich, um im Inneren etwas zu sehen. Die Räume sollen künftig unter anderem für Stadtführungen und auf Anfrage für Feiern genutzt werden. Bei der Eröffnung demonstrierten der Musiker Rainer Mies und Michael Musil von der Theatergruppe Oase, dass sich die Akustik der Keller auch für kulturelle Veranstaltungen eignet.

Westerwälder Zeitung vom Dienstag, 21. Juli 2015

Montabaur und Kerzen sind sein Leben

Adolf Becker-Flügel wird heute 90 Jahre alt

Montabaur. Es gibt wahrscheinlich nur wenige Menschen in Montabaur, die den Seniorchef der heimischen Kerzenmanufaktur Jacob Flügel in der Peterstorstraße, Adolf Becker-Flügel, nicht kennen. Die meisten werden ihn allerdings nicht kennen, weil er jahrzehntelang dem 1792 gegründeten und damit ältesten Unternehmen der Stadt vorstand, sondern weil er Tag und Nacht in seiner Heimatgemeinde unterwegs ist und sich noch – oder besser: gerade – im hohen Alter unermüdlich für die verschiedensten Projekte einsetzt. In den vergangenen Jahren gab es kaum eine Diskussion, Einwohnerversammlung oder ähnliches zu Themen der Stadt, an der er nicht teilgenommen und sich meist auch aktiv eingebracht hat.

Adolf Becker-Flügel wurde als ältester von drei Söhnen praktisch ins elterliche Unternehmen hineingeboren. Während ein Bruder nach Amerika auswanderte und der zweite Notar wurde, entschied sich Adolf Becker-Flügel Chemie zu studieren. Das Studium musste er allerdings an den Nagel hängen, als sich abzeichnete, dass er im Familienunternehmen gebraucht wurde. Er wurde Kaufmann und übernahm Mitte der 60er-Jahre die Kerzenfabrik, die er mehr als drei Jahrzehnte führte. Der Vater von einer Tochter und zwei Söhnen, von denen Johannes Becker-Flügel heute der Firmenchef ist, war auch jahrelang Vorsitzender des Deutschen Kerzenverbandes.

Das Engagement für „seine“ Stadt und insbesondere auch ihre historischen Gebäude ist schier grenzenlos. So wurde er vor Jahren praktisch zum Hotelier, als er in direkter Nachbarschaft zur Kerzenfabrik das Hotel am Peterstor einrichtete. Früher war er oft im Doppelpack mit seinem fast gleichaltrigen Freund Josef Otto Schneider unterwegs und machte die Geschichte der Schusterstadt in Texten und Dokumenten bekannt.

Becker-Flügel verfügt zudem über eine Sammlung historischer Maschinen aus dem Schusterhandwerk, das derzeit im Gewölbekeller an der Stadtmauer untergebracht ist. Dieses Zeugnis der Geschichte konnte nur durch seinen unermüdlichen organisatorischen und finanziellen Einsatz freigelegt werden und wird noch in dieser Woche offiziell eröffnet.

Der Kerzenfabrikant konnte viele Mitstreiter gewinnen, mit denenn er sich in der gemeinnützigen Gesellschaft Historica für den Erhalt historischer Gebäude in der Stadt und deren kulturelles Leben einsetzt. Mit seiner Hilfe konnten Häuser am Kleinen Markt und an der Fuhrmannkapelle gerettet und einer neuen, denkmalgerechten Nutzung zugeführt werden.

In einer ehemaligen Lagerhalle in der Pählerstraße wird mit Unterstützung von Becker-Flügel Raum geschaffen, den Künstler nutzen können. Dort wird auch ein kleines Kerzen-Manufaktur-Museum ein Zuhause finden. Ob Mittelaltermarkt, Adventskalender oder Sommerfest – der Unternehmer ist auch im Bürgerverein immer tatkräftig dabei.

Neben seinen Kerzen und seiner Heimatstadt liebt Adolf Becker-Flügel klassische Musik und spielte auch früher selbst Klavier. Am heutigen Mittwoch feiert er seinen 90. Geburtstag. Markus Müller

Westerwälder Zeitung vom Mittwoch, 15. Juli 2015

Gesellschaft Historica hat Vikarie erworben

Montabaur. Zu den historischen Schätzen in Montabaur zählen die St. Anna-Vikarie und Fuhrmannskapelle am Aloys-Jäger-Platz. Die gemeinnützige Stiftungs GmbH Historica hat die Vikarie in diesem Jahr erworben und möchte sie sanieren. Mit einer ersten Investition von 60 000 Euro sollen schadhafte Hölzer und Gebälke ausgetauscht werden. Zu einem späteren Zeitpunkt ist die Einrichtung von Wohnungen geplant, sofern genügend Sponsoren gefunden und Fördergelder beantragt werden können. Die Kosten hierfür werden auf 300 000 Euro geschätzt. Mehr zu den Projekten der Historica auf Seite 17. tf Foto: Nitz Fotografie

Westerwälder Zeitung vom Mittwoch, 1. Juli 2015

Markante Fachwerkhäuser in Montabaur sind ein Kulturgut

Altstadt Geschichte reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück – Touristische Attraktion

 

MWWZv01-07-2015ontabaur. Fachwerkhäuser aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert prägen die Altstadt von Montabaur. Sie haben nach Auffassung der gemeinnützigen Gesellschaft Historica GmbH das Potenzial, Touristen in die Westerwälder Kreisstadt zu locken. Einige Gebäude müssen jedoch noch herausgeputzt werden, um künftig bei Besuchern einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Zu den ältesten Bauwerken überhaupt zählt die St. Anna-Vikarie mit Fuhrmannskapelle neben der katholischen Pfarrkirche. Vermutlich um das Jahr 1300 wurde dort die Friedhofskapelle St. Anna errichtet. 1452 wurde das Gebäude erstmals urkundlich erwähnt. Die zu dieser Zeit gestiftete Vikarie wurde durch einen Brand 1667 teilweise zerstört. Beim Wiederaufbau wurden Elemente des gotischen Baustils erneut verwendet. Das Haus wurde durch eine Umklammerung der Kapelle erweitert, weil mehr Wohnraum für Vikare benötigt wurde, und schmiegt sich an die historische Stadtmauer.

Im Jahr 1813 wurde das Präsenzhaus für Vikare im Zuge der Säkularisation an den Pfarrglöckner Jakob Schepping verkauft. Der linke Teil des Gebäudeensembles (von der Kirche aus gesehen) wird deshalb bis heute im Volksmund auch Scheppinghaus genannt. Im rechten Teil des Gebäudes richtete die Kirche im Jahr 1702 eine Knaben- bzw. Lateinschule ein.

Die letzte Bewohnerin des Gebäudes war Hildegard Gerlach, die vor neun Jahren verstarb. Die Stiftungs GmbH Historica erwarb den hinteren Gebäudeteil in diesem Jahr. Das Gemäuer soll nun saniert werden. Der vordere Gebäudeteil gehört der katholischen Kirche und wurde bereits saniert.

Eine lange Geschichte hat auch das markante Fachwerkhaus am Kleinen Markt 13: Es wurde 1682 am „Trichter“ zwischen Großer und Kleiner Markt erbaut. Mathias Arnst aus Ettinghausen eröffnete dort im Jahr 1876 einen Wirtschaftsbetrieb. Er verstarb jedoch schon ein Jahr später. Sein Sohn Johann Arnst übernahm den Betrieb. Weil er mehrfach Schülern alkoholische Getränke ausschenkte, hatte er des Öfteren Ärger mit Behörden. Anfang des 20. Jahrhunderts erweiterte er den Betrieb um ein Restaurant. 1919 kaufte Peter Thewalt das Gasthaus. Auch der neue Wirt hatte indes den Ruf, keinen Durstigen abweisen. Das Nutzungskonzept für das Gebäude änderte sich einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Bäckermeister Reinhold Marx pachtete die Räume 1955 und richtete im Parterre ein Café ein. Ihm folgte 1968 Karl-Heinz Stock als Pächter. Danach war das Haus wieder einige Jahre lang eine Gaststätte, zuletzt befand sich darin bis 2012 eine Shisha-Bar. Bei der Sanierung soll nun auch eine Bausünde aus den 50er-Jahren beseitigt werden. Damals veranlasste die Stadtverwaltung eine Teilentfernung der Parterrefläche, damit ein Bürgersteig angelegt werden kann. Der Autoverkehr hatte stark zugenommen. Weil Kirchstraße sowie Großer und Kleiner Markt heute Fußgängerzonen sind, wird der Bürgersteig nicht mehr benötigt, und das Gebäude kann wieder in den ursprünglichen Zustand gebracht werden.

 

Kontakt zur Historica Montabaur per E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder im Internet: www.historica-montabaur.de

 

Westerwälder Zeitung vom Mittwoch, 1. Juli 2015

Historica rettet alte Bausubstanz vor dem Verfall

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Zwei alte Fachwerkhäuser im Stadtkern von Montabaur können dank privater Investoren und der gemeinnützigen Stiftung Historica Montabaur vor dem Verfall gerettet werden. Bereits eingerüstet ist das Objekt am Kleinen Markt 13 am Rande der Fußgängerzone. Die ehemalige Gaststätte in der Altstadt hatte ein Gesellschafter der Stiftung vorsorglich 2011 bei einer Zwangsversteigerung erworben. Inzwischen wurde das Gebäude an die Eheleute Alexandra und Matthias Grossmann verkauft, die mit der Sanierung des denkmalgeschützten Hauses begonnen haben.

In zwei Jahren soll das mehr als 300 Jahre alte Anwesen in neuem Glanz erstrahlen. Gleichzeitig wird auch die Sanierung der St. Anna-Vikarie samt Fuhrmannskapelle neben der katholischen Pfarrkirche vorbereitet. In diesem Fall ist die Stiftung Historica inzwischen selbst Eigentümerin.

Zur Erinnerung: In der gemeinnützigen Stiftungs GmbH Historica Montabaur haben sich Bürger zusammengeschlossen, um markante Bauwerke in der Altstadt zu erhalten. Gebäude, für die es noch keinen Investor gibt, sollen zunächst vor dem Zerfall bewahrt werden, damit der historische Stadtkern für Bewohner und Besucher attraktiv bleibt. Die Stiftung erwirbt zum Beispiel alte Fachwerkhäuser bei Versteigerungen, um sie anschließend an Investoren zu vermitteln, die sich in Denkmalschutzprojekten bewährt haben. Die Mitglieder wollen verhindern, dass stadtbildprägende Bausubstanz durch unterfinanzierte Konzepte verkommt. Die Stiftung hat dabei notfalls auch einen langen Atem, versichern die Gesellschafter Gilbert Skrebutis und Adolf Becker-Flügel.

Im Falle des Fachwerkhauses am Kleinen Markt 13 hat sich dieses Konzept bereits ausgezahlt: Mit Alexandra und Matthias Grossmann konnten potente Investoren gefunden werden, die Denkmalschutz nicht als unnötige Bürde, sondern als reizvollen Auftrag betrachten. In Zusammenarbeit mit ihrem Architekten Volker Simon wird das Gebäude samt historischer Wendeltreppe im Innenraum nun restauriert und erhalten.

Die Bauzeit wird voraussichtlich zwei Jahre betragen, erklärt Alexandra Grossmann. Über den Fortschritt informiert das Ehepaar regelmäßig auf einer Facebookseite mit dem Namen „Kleiner Markt 13“. Dort werden gelegentlich auch Baustellenbilder gezeigt. Eine Kneipe oder gar Shisha-Bar wie in den vergangenen Jahrzehnten soll es in Zukunft wohl nicht mehr in dem Gebäude geben. Es existiere zwar noch kein endgültiges Konzept für die künftige Nutzung, erklären die Eigentümer. Ein Café im Erdgeschoss und Ferienwohnungen in den oberen Stockwerken seien aber zum Beispiel denkbar, heißt es. Das Gebäude hat eine Nutzfläche von circa 300 Quadratmetern auf zweieinhalb Etagen.

 

Für die St. Anna-Vikarie und Fuhrmannskapelle bei der katholischen Kirche St. Peter in Ketten gibt es ebenfalls noch kein endgültiges Nutzungskonzept. Die Stiftung möchte zunächst instabile Hölzer und Balken austauschen. Für diese Maßnahme wurden etwa 60 000 Euro an Spenden gesammelt, die in die Sicherung der Bausubstanz fließen. Es werden weiterhin noch Sponsoren gesucht. Das historische Bauwerk soll später voraussichtlich zu Wohnzwecken hergerichtet werden. Das Interesse der Bevölkerung an den Projekten ist schon jetzt beachtlich. Anlässlich des Mittelaltermarkts in Montabaur war die Fuhrmannskapelle kürzlich für Besichtigungen geöffnet. Rund 850 Menschen nahmen die Gelegenheit wahr, einen Blick ins Gebäude zu werfen. Der Montabaurer Fotograf Olaf Nitz erstellte inzwischen auch einen virtuellen Rundgang durch das Bauwerk, der im Internet angesehen werden kann. Thorsten Ferdinand

 

Der virtuelle Rundgang durch die Fuhrmannskapelle ist auf der Internetseite http://nitz-fotografie.de/Rundgaenge/stannavikarie/start.html zu finden.

 Westerwälder Zeitung vom Mittwoch, 1. Juli 2015

 

Rundgang durch die St.Anna Vikarie von Olaf Nitz - Fotografie

Stadtmauer ist wichtiges historisches Erbe

Bei einer Informationstour die Stadtbefestigung von Montabaur erläutert

Montabaur. Der Wolfsturm wird saniert, der Gewölbekeller ist freigelegt, der Walpadynen-Turm von der Pfarrgemeinde ausgebessert, Verhandlungen mit der Denkmalbehörde zur Fuhrmannskapelle laufen, der Schwedenturm ist nach dem Abriss des ehemaligen Kreishauses wieder voll freigelegt, das Schiffchen bei Stadtführungen eine wichtige Station: Es scheint, als besinne sich Montabaur der umfangreichen Stadtbefestigung als wichtiges historisches Erbe. Auch Stadtbürgermeisterkandidatin Gabi Wieland, die sich intensiv mit der Geschichte ihrer Wahlheimat auseinandergesetzt hat, nahm während ihrer Infotour viele Zuhörer mit auf eine Zeitreise, in der die historische Stadtbefestigung die Hauptrolle spielte.

Ein Blick von der Judengasse über die Stadtmauer auf das gegenüberliegende Himmelfeld und den Bahnhof – und schon waren die Zuhörer mittendrin, in der lebendigen Stadtgeschichte. Die Stadtrechte besitzt Montabaur seit 1291, und zu damaliger Zeit war eine Stadtbefestigung, die Schutz und Sicherheit bot, erforderlich.

Die Stadtmauer, die heute noch teilweise erhalten ist, wurde gebaut: vom Schloss über Allmannshausen, Gebück, Fuhrmannskapelle, Wolfsturm und zum Schloss zurück. 1500 Meter maß die Stadtmauer in der Länge, umfasste ein Areal von etwa 12,2 Hektar, welches allerdings nur etwa zur Hälfte bebaut war. Der Reichtum einer Stadt war für Ankömmlinge schon weithin sichtbar: Je mehr Türme und Tore zu sehen waren, desto wohlhabender die Stadt. Montabaur besaß zwölf Türme und Tore, war also angesehen. Die Befestigung finanzierten Stadt und Burgherr mit Viehzoll und Steuern. Heute noch zu sehen sind Wolfsturm, Walpadynen, Schwedentürmchen, Schiffchen (als Gefängnis für Bagatellstraftaten) sowie ein Rest vom Eulnerturm am hinteren Rebstock. Besonders wies Wieland auf das charakteristische Stadtbild von Montabaur, vom Himmelfeld her kommend, hin. Es ist oberhalb der Stadtmauer durch schlichte Querlinien geprägt, jeder Eingriff sollte sorgsam angepasst und überlegt werden. Seit Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Stadtmauer nach und nach abgerissen. Mit der Fuhrmannskapelle ist allerdings noch ein Kleinod der historischen Stadtbefestigung erhalten.

Die Bürgermeisterkandidatin appellierte, alles für den Erhalt dieses Gebäudes zu tun. Zum Abschluss der Infotour führte sie ihre Zuhörer in den sogenannten Gewölbekeller, der sich gegenüber von Haus Mons Tabor befindet: In früherer Zeit wurde er als Lager – wahrscheinlich für eine Brauerei – genutzt, vor einigen Jahren begann Adolf Becker-Flügel mit viel Aufwand ihn freizulegen. Nun besteht er aus mehreren Räumen und verströmt den charakteristischen Charme längst vergangener Zeiten.

Er wäre ein zauberhafter Ort für Feiern und Veranstaltungen. „Denn in dem Bereich hat Montabaur derzeit noch ein wenig Aufholbedarf“, wies die Referentin hin. Der Knackpunkt sei derzeit jedoch die Finanzierung. Spenden für das Liebhaberstück sind über die gGmbH Historica willkommen.

Westerwälder Zeitung vom Dienstag, 20. Mai 2014

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